Autor: Stefan (Seite 1 von 2)

Kurzgeschichte: Code Injection

Dieser Text wurde ursprünglich als Writing Prompt auf Reddit veröffentlicht. Das Writing Prompt lautete:
„Wir leben in einer Simulation, Magie bedeutet Bugs und Glitches zu exploiten, doch das Wirken von Magie wird im Verlauf des Beta Tests immer schwieriger.“

„Du meinst eine Simulation, so wie in Matrix?“ sagte ich lachend. Der alte lächelte, aber wirkte doch seltsam ernst. „Nein, nicht wie in Matrix. Es gibt keine Körper außerhalb der Simulation, wir existieren nur hier drinnen.“ Ich trank noch einen Schluck Bier und spielte das Spiel mit.

„Verstehe. Dann hoffe ich mal unsere Realität wurde nicht in Java geschrieben.“

„Nein nein, nicht in Java. In Sanskrit.“ und als er meinen Blick sah, der auf die Pointe wartete fügte er hinzu: „Zumindest deutet viel darauf hin. Heute kann man das leider nur noch sehr schwer testen.“

Ich hatte diesen seltsamen Kauz bei einer Wandertour des Alpenvereins kennen gelernt und wir verstanden uns trotz unseres großen Altersunterschieds sofort gut. Er war über achtzig und hatte die ungewöhnliche Fächerkombination Informatik und Religionswissenschaften zu einer Zeit studiert, als es noch nicht einmal Großrechner an den Universitäten gab. Er war trotz seines hohen Alters extrem rüstig und hatte keine Probleme der Gruppe bei der Wanderung zu folgen. Der Rest der Gruppe war mehr an den Wiesenblumen und dem Panorama interessiert als an unseren Gesprächen über die Details der Informatik. So kam es, dass wir die gesammte Strecke bis zu Berghütte zu zweit liefen und auch dort an einem Tisch etwas abseits unser Bier tranken. Jetzt nach dem dritten Bier wurden seine nerdigen Witze jedoch immer spezieller.

„Wie sollen wir in einer Simulation denn testen in welcher Sprache sie geschrieben wurde? Wir können doch höchstens ihre Regeln reverse engineeren?“

„Über etwas, was man heute wahrscheinlich code injection nennen würde. In früheren Zeiten konnte man die Realität mit Sprache verändern, wenn man die richtigen Worte verwendet.“

Dieser Gedanke gefiel mir. „Zauberei also? Und warum geht das heute nicht mehr?“

„Ich vermute das war ein unbeabsichtigtes Feature unserer Realität. Natürliche Sprache scheint ein Interface nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zur zeitweisen Kontrolle von einzelnen Menschen und der Materiellen Welt zu sein. Über diese Schnittstelle konnte lange auch Code in die andere Richtung fließen, vermutlich einfach weil niemand daran gedacht hatte, dass das jemals ein Mensch ausnutzen könnte. In vergangenen Zeiten war deutlich mehr möglich, heute gibt es nur noch ein paar wenige harmlose Befehlssätze die über Techniken wie Hybnose von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Früher war es möglich die physische Realität mit Sprache zu beeinflussen.“

„Hybnose, ich verstehe, ein deutlicher Hinweis.“, ich schmunzelte. „Und warum ausgerechnet Sanksrit?“

„Viele historische Texte die mit Magie oder Religion in Zusammenhang stehen enthalten Wörter, die Ihre Wurzeln in Sankrit haben. Es hat aber noch niemand die genaue Sprache zurückverfolgen können. Sanskrit ist nur linguistisch das älteste und plausibelste was wir haben. Wie gesagt, es ist heute fast unmöglich das zu testen. „

Fast unmöglich?“

„Jedes System hat Lücken, egal wie ausgereift es ist. Und du kennst das sicher aus der IT, irgendein ungeschützter Zugang ist immer noch übrig. Man muss etwas in der Natur finden, das Sprache weiter gibt aber unscheinbar genug ist um über die Jahrtausende vergessen worden zu sein.“

„Interessanter Gedanke. Und was könnte das sein?“

„Komm mit.“

Es dämmerte schon längst, aber ich folgte den Alten nach draußen. Hinter der Hütte war ein enges Tal mit einer Steilwand die direkt zu uns zeigte.

„Es ist gut, dass ich einen Zeugen habe. Ich habe nämlich nur ein Wort, von dem ich sicher bin, dass es ein valider Befehl ist, und es ist, nunja… etwas suboptimal. Es ist das Sanskrit-Wort antardhā – Verschwinden.“

Langsam fand ich die Sache doch sehr seltsam, aber was hätte ich tun sollen? Er war einfach nur ein schrulliger alter Mann der ein Wort sagen wollte. Wir waren im Tal, vor einer Steilwand, nirgendwo war ein gefährlicher Abhang oder so etwas.

„Ich habe lange gesucht und getestet, und ich bin mir mittlerweile sicher, dass es einen letzten Weg für Code Injection gibt. Das Echo. Diese Stelle hier ist für ihr extrem klares Echo bekannt. Ich bin jetzt Bereit meine Theorie zu testen.“

Und dann atmete der alte Mann ein und rief mit einer Lautstärke, die ich ihm nicht zugetraut hätte „antardhā“. Ich schaute zum Felsen und hörte das Echo des Wortes fast so klar wie den ursprüngliche Ruf. Doch als ich dann nach dem Alten sah konnte ich ihn nirgends mehr finden.

Howto: Selenium IDE in alter Firefox-Version weiter laufen lassen

UPDATE(03/2017): Mittlerweile funktioniert der Rewrite des Plugins ganz gut und ich würde empfehlen das neue Plugin zu benutzen.

Mit Version 55/57 hat Firefox endgültig die Unterstützung von dem alten Plugin-System fallen gelassen. Dadurch funktioniert auch das Testautomatisierungs-Plugin Selenium IDE nicht mehr. Für die Übergangszeit, bis entweder das Plugin auf das neue System portiert wurde oder man seine Testumgebung auf eine andere Technologie umgestellt hat, kann man das Plugin auf einer alten Firefox-Version weiter laufen lassen.  Je nach Konfiguration, Versionsstand und Betriebssystem funktioniert es unterschiedlich gut. Folgende Schritte sind bei dem Aufbau einer solchen Zwischenlösung wahrscheinlich hilfreich:

Alte Firefox Version besorgen

Man kann entweder eine alte Firefox-Version in einem anderen Installationsverzeichnis parallel zum aktuellen FF installieren, oder man verwendet eine alte portable Version, die man ohne Installation starten kann. Ich habe eine funktionsfähige Umgebung mit FirefoxPortableESR_45.8.0 zum Laufen bekommen.

(Disclaimer: Es ist unsicher alte Browser zu verwenden und man sollte das nur machen, wenn es sein muss. Eine alte Browser Version sollte man auf keinen Fall für kritische Dinge wie Onlinebanking verwenden.)

Plugin herunterladen und manuell installieren

Addons lassen sich als .xpi-Dateien auch manuell über die Einstellungen installieren.

Aktuell kann man auf der Plugin Seite von Firefox auch mit einem alten Browser das Plugin nicht mehr herunterladen.  Folgender Link funktioniert aber momentan, über ihn kann man entweder direkt das Plugin installieren oder mit einem anderen Browser die .xpi-Datei herunter laden und das Addon manuell installieren:

Sollte dieser Link irgendwann tot sein, habe ich hier mal eine Sicherungskopie der xpi-Datei gemacht:

Evtl. Einstellungen in about:config verändern.

  • Tippe:
    about:config?filter=extensions.legacy.enabled
    in die Firefox Adresszeile und bestätige, dass Du das wirklich tun möchtest.
  • Mit einem Doppelklick auf: extensions.legacy.enabled setzt man den Wert auf true.
  • Starte den Browser neu. Mit etwas Glück unterstützt dein Firefox jetzt wieder alte Plugins. Laut dieser Quelle könnte das auch noch bei Firefox Version 57 funktionieren.

Für Selenium spenden oder das Team anderweitig beim Rewrite von Selenium IDE unterstützen

Das Team hinter dem Plugin ist sehr klein und alle arbeiten ehrenamtlich.  Sie haben die aktuelle Situation in diesem Blogpost beschrieben. Es ist geplant das Plugin komplett neu zu schreiben, auf GitHub findet man schon das Projekt dazu außerdem gibt es auch noch ein weiteres Team, dass an einen zweiten Rewrite-Project arbeitet. Es besteht also Hoffnung, dass Eure alten Tests in Zukunft wieder laufen können.  Wenn man dem offiziellen SeleniumHQ-Projekt spenden möchte findet man auf der Startseite von www.seleniumhq.org unten rechts die entsprechenden Infos. Auch nur ein paar Euro können bei der Motivation eine große Rolle spielen, also keine Scheu! Wer Zeit zum Programmieren oder Testen hat, kann natürlich auch direkt an dem Rewrite mitarbeiten :)

Klar kommen nach dem Studienabbruch: Teil 6 Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter

Was soll ich über den Abbruch sagen?
Was wollen die denn über den Abbruch hören? Meiner Erfahrung nach sollte man ehrlich sein, aber nicht zu ehrlich. Erkläre kurz und schlüssig warum du studiert hast und warum es endete.  Aber auch wenn du es besser weißt, Sätze wie „Außerdem waren die Jobaussichten in diesem Studiengang nicht besonders gut“ wirken Wunder.  Viele Leute haben ein bestimmtes Bild von deinen Studiengang, benutze diese Bilder. Es nützt nichts deinen Studiengang zu verteidigen, denn die Frage wurde gestellt um etwas über Dich zu erfahren, nicht über den Studiengang. Der Studienabbruch ist meist für dich wichtiger als für die Personaler, also nimm dir nicht so viel Zeit dafür wenn es nicht für den Beruf wichtig ist.

Checkliste vor dem Einstellungstest;

  • Kopfrechnen üben, nochmal anschauen wie man schriftlich Dividiert und Multipliziert
  • Wie heißt der Ministerpräsident in dem Bundesland, in dem du dich bewirbst?
  • Überhaupt: Schau dir mal alle Bundesländer an, mit Hauptstädten und so
  • Was sind die Grundlagen deines Faches? In der IT z.B. mal die Elemente eines Motherboards anschauen und die Home-IP kennen
  • Zahlenfolgen üben, aber auch Bilderrätsel und Logik kann nicht schaden

Was so für Fragen kommen:

  • Bleiben Sie uns noch nach der Ausbildung erhalten? Immer und ohne Einschränkung mit Ja beantworten, wenn gesagt wurde sie bilden aus um zu übernehmen.
  • Wie würde Ihr bester Freund Sie beschreiben?
  • Was wissen Sie über unsere Firma?
  • Was erwarten Sie von uns?
  • Wenn man in einer Gruppe ist: Welchen von den anderen Bewerbern hier würden Sie einstellen und warum?
  • Was macht Sie richtig wütend?

Insgesammt habe ich gemerkt, dass man keine Angst haben muss. Ich hatte kein einziges Vorstellungsgespräch, in dem ich mich unfair behandelt gefühlt habe. Manchmal gab es unfaire Angebote, es gab auch Sätze wie „Für die Ausbildung ist die Berufsschule verantwortlich bei uns gibt es Arbeit“, aber das war wenigstens offen. Ich wurde nie bösartig hinters Licht geführt und die Firmen bemühen sich wirklich Leute für sich zu fördern. Sieh diese Gespräche als Übung, als Erfahrung und als die Möglichkeit eine Firma kennen zu lernen.  Jedes Gespräch ist anders und irgendwann passt es eben.

Dies ist der sechste Beitrag zu meiner Serie „Klar kommen nach dem Studienabbruch“. Hier eine Übersicht über alle Beiträge:

Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin
Teil 2: Ein Jahr überbrücken
Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten
Teil 6: Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter

 

Was nützt Zynismus in der Wüste? Über Henno Martins Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“

„Zynismus ist keine schlechte Waffe im Gedränge übervölkerter Städte. Er verschaffte dort Ellbogenraum und verlieh ein Gefühl der Überlegenheit. Aber was nützte schon Ellbogenraum in der grenzenlosen Einsamkeit der Wüste?“

-Seite 56

wenn-es-krieg-gibt-gehen-wir-in-die-wueste-henno-martinHenno Martins „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist eine Geschichte, die zu jeder Zeit spielen könnte. Zwei Männer alleine in der Wüste kämpfen um das Überleben, jagen und suchen nach Wasser. Es könnte ein Abenteuerroman sein, wäre da nur nicht das Radio, dass immer wieder Nachrichten auf Englisch und Deutsch bringt, über Hitlers Einmarsch in Paris, über den Russland- und Afrikafeldzug. Es ist keine  Abenteuergeschichte, sondern eine wahre Geschichte von zwei Geologen, die auf dem Gebiet des heutigen Namibia für zweieinhalb Jahre in die Wüste zogen um vor den Wirrungen des zweiten Weltkrieges zu fliehen. Und deswegen ist es ein nachdenkliches Buch geworden, zwei Männer, die in der Wüste sitzen und über die Welt und das Leben diskutieren während um sie herum eben jene Welt brennt.

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Klar kommen nach dem Studienabbruch – meine sechsteilige Reihe im Rückblick

Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich mein Studium abgebrochen, danach ein Jahr lang gejobbt und bin letztendlich in einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann gelandet. Doch bevor es so weit war musste viel geschehen. Ich war in vielen Städten überall in Deutschland auf Vorstellungsgesprächen,  war Probearbeiten und habe verschiedene Jobs ausprobiert. Ich habe viele Absagen bekommen aber auch Zusagen abgelehnt und letzten Endes viel gelernt und erlebt. Über das ganze letzte Jahr verteilt habe ich mir Dinge und Erfahrungen aufgeschrieben, die mir wichtig erschienen. Diese Notizen habe ich etwas aufbereitet in dieser Artikelserie verarbeitet. Um nicht meine gesamte Startseite mit den Beitragen voll zu spammen, hier die sechs Links in einer Übersicht:

Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten

Man kann sehr schnell die Übersicht über seine Bewerbungen verlieren. Das ist schlecht, denn manche Firmen melden sich erst nach Monaten bei Dir.  Ein gutes System mit dem man die Übersicht behält lohnt sich.

Excel oder Calc-Tabellen sind super für so etwas. Man kann in einer Datei verschiedene Tabellen anlegen. Ein Schmierzettel für Links und Firmennamen, wenn man 100 Tabs im Browser auf hat und eine Andere Tabelle in der du jede abgeschickte Bewerbung dokumentierst. Einen Ausschnitt aus so einer Tabelle siehst du oben.  Ich habe sie auch erst im Nachhinein, nachdem ich schon einiges raus geschicht hatte angelegt, aber der Aufwand ist es wert. Wenn ein Rückruf kommt kann man kurz nachschauen was das denn für eine Firma war und man weiß immer auf welchen Stand man gerade ist und wem man noch schreiben sollte.

Es lohnt sich auch immer Erfahrungen aus Vorstellungsgesprächen oder Einstellungstests aufzuschreiben. Ich habe das in Form dieser Artikelreihe getan.  Bei Absagen kann man auch noch mal Anrufen oder eine Mail schreiben um nach den Gründen für die Absagen zu fragen. Erwarte aber nicht zu viel davon, ich habe nur einmal wirklich ehrliche Kritik bekommen, und das war direkt in einem Vorstellungsgespräch noch in der Firma.

Fahrtkosten, Bewerbungskosten und andere Unterstützung

Auch wenn du keine Hartz IV beantragst kannst du dich beim Arbeitsamt Ausbildungssuchend melden. Dort bekommst du Beratung und deine Kosten erstattet. Die Ü25-Abteilung vom Jobcenter ist auch gar nicht so übel, keine Angst.  Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Wenn du lieber Geld von der EU statt von der Stadt bekommen möchtest, dann kann man in vielen Städten z.B. über  die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Gelder aus dem Europäischen Sozialfond bekommen.  Der Vorteil solcher Einrichtungen ist, dass die dort meist sehr viel kulanter sind als beim Arbeitsamt.

Dies ist der fünfte Beitrag zu meiner Serie „Klar kommen nach dem Studienabbruch“. Hier eine Übersicht über alle Beiträge:

Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin
Teil 2: Ein Jahr überbrücken
Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten
Teil 6: Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter

Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi

Viele Studienabbrecher haben erst mal Probleme, einige (wie ich) müssen ein Jahr mit Jobs überbrücken, manche hängen nur rum andere machen eine 180-Grad Wende und beginnen Ihre Socken zu bügeln. Dazu kommt der Bewerbungsstress und evtl. noch Beziehungsstress, panische Eltern und Geldprobleme.  Auf jeden Fall ist ein Studienabbruch eine Zeit in der man aufgrund der neuen Situation nach irgend einen Sinn oder Halt sucht aber nur Erwartungen von Anderen findet.  In so einer Zeit kommen alte Probleme und Macken wieder hervor und man muss sich selbst irgendwie neu definieren. Der ideale Nährboden für eine Sinnkriese also.

1. Tu nicht so intellektuell! weiterlesen →

Klar kommen nach dem Studienabbruch Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang

Die Jobcenter sind meiner Erfahrung nach sehr häufig in der Beratung von Studienabbrechern überfordert, besonders wenn man aus den „unvernünftigen“ Nischenfächern kommt. Denn für Leute aus Nischenfächern sind oft gerade unbekannte Nischenausbildungen passend, die man in der Arbeitsagentur kaum kennt. Ich kenne einige Leute die diesen Weg gegangen sind und habe mal für einige Studiengänge passende Ausbildungen gesammelt.

Soziologie, Sozialwissenschaften und Psychologie
Als Soziologieabbrecher wirst du oft mit Handkuss zum Fachangestellte/r für Markt und Sozialforschung (FAMS) ausgebildet. Es ist eine Art Ausbildung zum Assistenten für Sozialforscher. Sie arbeiten oft in Marktforschungsinstituten aber auch in statistischen Landesämtern.  Wenn du schon etwas SPSS, das Methodenmodul oder Statistik im Studium hattest bist du schon sehr gut qualifiziert.  Es gibt wenige Stellen, in manchen Jahren kommt selbst in Berlin zu wenige Leute für eine Berufsschulklasse zu Stande und man muss in Hamburg auf die Berufsschule.  Es gibt aber auch wenige Bewerber, deswegen stehen die Chancen gar nicht schlecht.  Viele nützliche Infos gibt es beim GoFAMS e.V. der die noch junge Ausbildung fordert.  Wenn man denen auf Facebook folgt, bekommt man immer die neusten Ausbildungen in den Stream.

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Klar kommen nach dem Studienabbruch Teil 2: Ein Jahr überbrücken

Wenn du gegen Ende des Sommersemester dein Studium abgebrochen hast kann es gut sein, dass du ein ganzes Jahr lang bis zum Beginn des nächsten Ausbildungsjahres oder was du auch sonst vor hast überbrücken musst. Es bietet sich natürlich an in dieser Zeit etwas sinnvolles zu machen. Manche Leute machen ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr, andere Reisen oder machen ein Praktikum, ich habe gearbeitet und nebenher sehr viele Bewerbungsgespräche gehabt.   Die Bewerbungen gehen je nach Jahreszeit unterschiedlich gut.

Das Jahr hat Phasen. Hier ein idealisierter Jahresplan:

September bis Weihnachten – letzte Stellen abstauben!
Von deinem Studienabbruch bis Weihnachten gibt es noch die Chance direkt in eine Ausbildung einzusteigen. In dieser Zeit springen noch viele Azubis ab oder schaffen die Probezeit nicht und die Berufsschulen nehmen noch neue Leute auf.  Du muss jetzt schnell sein und du wirst schnell Antworten auf deine Bewerbungen  bekommen. Ich wurde einmal direkt am nächsten morgen angerufen. Such dir einen Job, bei den du spontan mal einen Tag frei nehmen kannst. Zeitarbeit ist in diesen Fall gar nicht schlecht. Du hast jetzt einen Vorteil, weil es nur noch wenige Bewerber gibt und die Arbeitgeber schnell entscheiden müssen. Das kannst du nutzen, also raus mit den Bewerbungen! Wenn du Glück hast musst du dann gar kein Jahr überbrücken, wenn nicht  hast du wenigsten viele Geschichten von Bewerbungen, die an Weihnachten mit nach Hause bringen kannst.  Gleichzeitig suchen jetzt auch schon viele Firmen für das kommende Ausbildungsjahr. Besonders die begehrten Stellen werden schon sehr früh vergeben.

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Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin

Dies ist der Erste Text meiner  Serie „Klar kommen nach dem Studienabbruch“ .  Dieser erste Text handelt hauptsächlich von mir, wenn Du nach Tipps für Dich suchst spring am Besten direkt zu den passenden Beitrag:

Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin
Teil 2: Ein Jahr überbrücken
Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten
Teil 6: Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter


Studienabbrecher.  Es ist ein seltsame Erfahrung sich selbst so nennen zu dürfen.  Denn egal wie oft du ließt, dass Studienabbrecher in vielen Ausbildungen als Idealbesetzung gelten oder das Arbeitsamt das ganze „Studienerfahrung“ nennt, es bleibt doch immer die Stimme von deinem konservativen Nachbarn im Ohr der bestimmt gerade hinter deinem Rücken flüstert: „Versaaager“. Warum ist das so?

Da steht man dann also irgendwo zwischen panischen Eltern,  tausend ‚guten‘ Ratschlägen und einem Arbeitsamt, dass irgendwie keine passende Abteilung für dich hat. Doch beim Arbeitsamt muss man nicht lange bleiben, den bei Helferjobs sind Studienabbrecher auf jeden Fall ähnlich begehrt wie Studenten, wenn nicht sogar noch begehrter. Aber niemand will ewig bei Hermes Pakete austragen, in Wäschereien am Laufband Lappen sortieren, an der Kasse sitzen oder im Call-Center arbeiten. Wie so viele ab nach Berlin und in die Werbebranche wollte ich auch nicht.  Ein Plan muss also her. Aber wohin mit jemand, der es wagt ein sozialwissenschaftliches Studium abzubrechen, das Studium also, über das eben jener Typ von Nebenan damals schon den Kopf geschüttelt hat? Ich habe das erlebt und möchte hier ein Jahr später etwas von meiner Odyssee Berichten und vor Allem Tipps und Ratschläge  geben, die ich selbst erst zusammensuchen musste. Ich bin nach diesen Ereignisreichen Jahr jetzt in einer festen Ausbildung, doch dieser Beitrag handelt erst einmal davon wie alles begann.

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