Kategorie: nachdenklich

Die Kategorie „Nachdenklich“ ist für alles, was irgendwie mit meiner Meinung, theoretischen Kram, Politik, Philosophie, Sozialwissenschaften und anderen Gelaber zu Tun hat.

Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten

Man kann sehr schnell die Übersicht über seine Bewerbungen verlieren. Das ist schlecht, denn manche Firmen melden sich erst nach Monaten bei Dir.  Ein gutes System mit dem man die Übersicht behält lohnt sich.

Excel oder Calc-Tabellen sind super für so etwas. Man kann in einer Datei verschiedene Tabellen anlegen. Ein Schmierzettel für Links und Firmennamen, wenn man 100 Tabs im Browser auf hat und eine Andere Tabelle in der du jede abgeschickte Bewerbung dokumentierst. Einen Ausschnitt aus so einer Tabelle siehst du oben.  Ich habe sie auch erst im Nachhinein, nachdem ich schon einiges raus geschicht hatte angelegt, aber der Aufwand ist es wert. Wenn ein Rückruf kommt kann man kurz nachschauen was das denn für eine Firma war und man weiß immer auf welchen Stand man gerade ist und wem man noch schreiben sollte.

Es lohnt sich auch immer Erfahrungen aus Vorstellungsgesprächen oder Einstellungstests aufzuschreiben. Ich habe das in Form dieser Artikelreihe getan.  Bei Absagen kann man auch noch mal Anrufen oder eine Mail schreiben um nach den Gründen für die Absagen zu fragen. Erwarte aber nicht zu viel davon, ich habe nur einmal wirklich ehrliche Kritik bekommen, und das war direkt in einem Vorstellungsgespräch noch in der Firma.

Fahrtkosten, Bewerbungskosten und andere Unterstützung

Auch wenn du keine Hartz IV beantragst kannst du dich beim Arbeitsamt Ausbildungssuchend melden. Dort bekommst du Beratung und deine Kosten erstattet. Die Ü25-Abteilung vom Jobcenter ist auch gar nicht so übel, keine Angst.  Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Wenn du lieber Geld von der EU statt von der Stadt bekommen möchtest, dann kann man in vielen Städten z.B. über  die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Gelder aus dem Europäischen Sozialfond bekommen.  Der Vorteil solcher Einrichtungen ist, dass die dort meist sehr viel kulanter sind als beim Arbeitsamt.

Dies ist der fünfte Beitrag zu meiner Serie „Klar kommen nach dem Studienabbruch“. Hier eine Übersicht über alle Beiträge:

Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin
Teil 2: Ein Jahr überbrücken
Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten
Teil 6: Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter

Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi

Viele Studienabbrecher haben erst mal Probleme, einige (wie ich) müssen ein Jahr mit Jobs überbrücken, manche hängen nur rum andere machen eine 180-Grad Wende und beginnen Ihre Socken zu bügeln. Dazu kommt der Bewerbungsstress und evtl. noch Beziehungsstress, panische Eltern und Geldprobleme.  Auf jeden Fall ist ein Studienabbruch eine Zeit in der man aufgrund der neuen Situation nach irgend einen Sinn oder Halt sucht aber nur Erwartungen von Anderen findet.  In so einer Zeit kommen alte Probleme und Macken wieder hervor und man muss sich selbst irgendwie neu definieren. Der ideale Nährboden für eine Sinnkriese also.

1. Tu nicht so intellektuell! weiterlesen →

Klar kommen nach dem Studienabbruch
Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin

Dies ist der Erste Text meiner  Serie „Klar kommen nach dem Studienabbruch“ .  Dieser erste Text handelt hauptsächlich von mir, wenn Du nach Tipps für Dich suchst spring am Besten direkt zu den passenden Beitrag:

Teil 1: Der schöne Lebenslauf ist dahin
Teil 2: Ein Jahr überbrücken
Teil 3: Die passende Ausbildung zu Deinem abgebrochenen Studiengang
Teil 4: Sinnsuche, Selbstzweifel und Mimimi
Teil 5: Den Überblick über die vielen Bewerbungen behalten
Teil 6: Bewerbungsgespräche, Einstellungstests und Assessmentcenter


Studienabbrecher.  Es ist ein seltsame Erfahrung sich selbst so nennen zu dürfen.  Denn egal wie oft du ließt, dass Studienabbrecher in vielen Ausbildungen als Idealbesetzung gelten oder das Arbeitsamt das ganze „Studienerfahrung“ nennt, es bleibt doch immer die Stimme von deinem konservativen Nachbarn im Ohr der bestimmt gerade hinter deinem Rücken flüstert: „Versaaager“. Warum ist das so?

Da steht man dann also irgendwo zwischen panischen Eltern,  tausend ‚guten‘ Ratschlägen und einem Arbeitsamt, dass irgendwie keine passende Abteilung für dich hat. Doch beim Arbeitsamt muss man nicht lange bleiben, den bei Helferjobs sind Studienabbrecher auf jeden Fall ähnlich begehrt wie Studenten, wenn nicht sogar noch begehrter. Aber niemand will ewig bei Hermes Pakete austragen, in Wäschereien am Laufband Lappen sortieren, an der Kasse sitzen oder im Call-Center arbeiten. Wie so viele ab nach Berlin und in die Werbebranche wollte ich auch nicht.  Ein Plan muss also her. Aber wohin mit jemand, der es wagt ein sozialwissenschaftliches Studium abzubrechen, das Studium also, über das eben jener Typ von Nebenan damals schon den Kopf geschüttelt hat? Ich habe das erlebt und möchte hier ein Jahr später etwas von meiner Odyssee Berichten und vor Allem Tipps und Ratschläge  geben, die ich selbst erst zusammensuchen musste. Ich bin nach diesen Ereignisreichen Jahr jetzt in einer festen Ausbildung, doch dieser Beitrag handelt erst einmal davon wie alles begann.

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Heimliche Helden des Internets: Das Internet Archiv

wayback machineDas Internet Archiv ist eine gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat das Internet und andere Medien über die Zeit zu dokumentieren.  In der WayBack-Machine des Projektes kann man eine Internetadresse eingeben und erhält meist mehrere alte Versionen der Seite aus verschiedenen Jahren übersichtlich in einen Kalender dargestellt. So kann man in der Vergangenheit surfen und das erstaunlich gut.  Das Archiv reicht zurück bis 1996, allerdings findet man aus den ersten Jahren nur vereinzelte Seiten die in sehr großen Abständen gespeichert wurden. Ab 2002 ungefähr hat man ein sehr umfassendes Archiv und es macht wirklich Spaß sich in der Vergangenheit zu verlieren und manchmal ist es auch einfach unglaublich nützlich. Das Internet Archiv eignet sich auch für Zitate in wissenschaftlichen Texten, da die Links definitiv nicht veralten.

Wenn man beispielsweise nach Spiegel online sucht findet man diese Speicherung vom 13.11.2001. Es ist unglaublich spannend die Stimmung direkt nach 9/11 noch einmal so zu erleben.  Inklusive der Meldung, dass die Server wegen der aktuellen Ereignisse zur Zeit häufiger zusammen brechen bevor man auf die eigentliche Seite geleitet wird:

Spiegel online zwei Tage nach 9/11

Spiegel online zwei Tage nach 9/11

Ich glaube in einigen Jahrzehnten ist dieses Archiv unglaublich wertvoll für die Menschen.  Es ist in San Francisco in den USA gespeichert und es gibt eine Sicherheitskopie in der neuen Bibliothek von Alexandria. Beide Serverfarmen gleichen sich ständig miteinander ab, denn das Archiv speichert natürlich täglich neue Seiten. Momentan sollen es rund 404 Milliarden gespeicherte Seiten sein und bald soll es eine Volltextsuche für das ganze Archiv geben. Dann wird es wirklich spannend.

Wenn deine Seite noch nicht dort zu finden ist kannst du sie einfach direkt nach der gescheiterten Suche dort speichern lassen. Wenn eine Seite schon in einer älteren Version existiert geht das nicht. Du kannst das aber umgehen indem du web.archive.org/save/beispiel.de aufruft. Dann würde in diesen Fall direkt die aktuelle Version von beispiel.de gespeichert.

Über: Maker

anderson maker

Chris Andersons Buch „Makers – Das Internet der Dinge: die nächste industrielle Revolution“ (2012) ist ein sehr amerikanisches Buch. Er träumt von einen dezentralen Turbokapitalismus ohne die Nachteile der Massenproduktion.

In den letzten Jahren wurde viel über die Maker-Subkultur gesprochen, diese knuffige kleine Hobbybewegung die sich anmaßt die Massenproduktion anzugreifen und dazu noch ihre Entwicklungen kostenlos ins Netz stellt. Diese schwer einzuordnende Gruppe zu der sich kalifornische Libertäre genauso wie europäische Linke und Konservative zählen. Diese Leute, die irgendwie kommunistisch rüber kommen, aber trotzdem oft in Märkten denken. Ich habe das Buch „Makers“ Von Chris Anderson gelesen und verwurste meine Gedanken mal in diesem Blogbeitrag.

Wie der Name Maker bereits erahnen lässt macht die Maker Bewegung Dinge selbst und überträgt dabei Erfahrungen aus dem Bereich der freien Software und des freien Wissens auf die materielle Welt.  Freie Softwar und freies wissen funktionieren ja offensichtlich, wie Linux und Wikipedia bewiesen haben, aber in der Realität gibt es im Gegensatz zur Digitalen Welt begrenzte Ressourcen, die man nicht einfach beliebig oft kopieren kann. Wie kann man sich also ein materielle Open Source Welt vorstellen?

Wenn es so etwas wie einen Slogan dieser Bewegung gäbe, so wäre er „Bits verschenken, Atome verkaufen“

Während in der heutigen Weltwirtschaft Waren weltweit weitgehend frei ausgetauscht werden, jedoch Ideen oder Wissen durch Patente und Betriebsgeheimnisse oft lokal oder auf einzelne Firmen begrenzt bleibt, ist ein häufiges Ziel in der Maker Bewegung eine Umkehrung dieses Prinzips: ein freier, internationaler Fluss von Ideen und Wissen und ein weitgehend lokaler Handel von (materiellen) Waren. Die Ideen sind frei, weil man sie digital praktisch ohne Kosten vervielfältigen kann. Die aus den Ideen resultierenden Produkte, haben jedoch einen Preis, da bei ihrer Herstellung reale Kosten entstehen. Wenn es so etwas wie einen Slogan dieser Bewegung gäbe, so könnte dieser „Bits verschenken, Atome verkaufen“ lauten. (vgl. Anderson 2012 : 126)

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