Unspektakulär aber ungemein praktisch: Owncloud ist eine Art Zentrale für Alles

Unspektakulär aber ungemein praktisch: Owncloud ist eine Art Zentrale für Alles

Owncloud ist eine PHP-Software, die es dir ermöglicht deine Cloud selbst zu hosten und dich damit von Anbietern wie Google oder Dropbox unabhängig zu machen. Es gibt eine kostenlose und quell-offene Community Edition und eine kostenpflichtige Version mit einigen zusätzlichen Funktionen.  Das ist eine Anleitung für die Community Edition.

Owncloud kann in der Version 6 bereits eine ganze Menge. Neben der „Dropbox“-Funktion, also Datensynchronisation, kannst du dir auch deine Kontakte und dein Kalender mit Owncloud synchron halten. Es gibt eine ganze Reiche von Addons, wie einen RSS-Reader, Firefox Sync,… und du kannst eine ganze Reihe von freien Formaten wie .odt online und im Team bearbeiten.  Ebenso gibt es passende Software für Windows, Mac, Linux, Android und iPhone.

Ich bin bei dem überaus sympathischen Hoster Uberspace, die folgende Anleitung dürfte so aber auch bei anderen Anbietern funktionieren. Im Wiki von Uberspace findest du weitere Anleitungen und zusätzliche Infos über Owncloud auf Uberspace.  Eine sehr ausführliche Anleitung inklusive Schaubilder findet ihr auch hier. Da ich selbst aber trotz dieser Anleitungen etwas herum suchen musste, bis es ging, habe ich auch noch mal eine Anleitung geschrieben.

Installation

Auf owncloud.org wird dir ein Web Installer oder ein Paket mit den aktuellen Dateien angeboten. Ich verwende hier den Web Installer, denn der erledigt sehr viel für mich und lädt automatisch die aktuellste Version.  Einziger Nachteil: du musst Owncloud in einen Unterordner (relativ gesehen zum Installer) installieren.

Du lädst also mit einer Methode deiner Wahl die setup-owncloud.php auf deinen Webspace und öffnest sie mit deinem Browser.  Dort kannst du testen, ob du alle Voraussetzungen für Owncloud erfüllst und einen Unterordner wählen in den die Dateien der Software heruntergeladen werden.  Ist dies erledigt gelangst du mit einem Klick auf „next“ genau dort hin.

MySQL-Datenbank

Bevor du jetzt irgendetwas machst, solltest du zunächst eine eigene MySQL-Datenbank für owncloud einrichten.  Im Owncloud Wiki findest du alle Infos dafür. Achte darauf, dass der Name deiner Datenbank mit deinem Benutzernamen und einen Unterstrich beginnen muss. Also etwa so: deinname_cloud

Zurück im Installationsordner erstellst du einen Admin Account. Dafür gibst du deinen Admin-Benutzername sowie das Passwort ein. Darunter  kannst du unter „Fortgeschritten“ die Daten für die MySQL Datenbank angeben und dann auf „Installation abschließen“ drücken. Das wars dann auch schon. Es ist ratsam als nächstes einen Benutzer ohne Admin Rechte für den täglichen Gebrauch anzulegen, aber prinzipiell ist deine Owncloud jetzt schon einsatzbereit.

Cronjob

Um längere Ladezeiten zu vermeiden lohnt es sich aber einen Cronjob anzulegen. Dadurch werden bestimmte Dinge regelmäßig erledigt, und zwar unabhängig davon, ob du die Seite besuchst. In der ofiziellen Dokumentation werden die verschiedenen Möglichkeiten vorgestellt, für uberspace empfiehlt sich aber der gute alte Cronjob.

Ein Cronjob ist eigentlich nur eine Datei die bestimmt, dass ein bestimmtes Programm regelmäßig ausgeführt wird. Im Uberspace Wiki gibt es einige Grundlagen dazu.  Um ihn einzurichten verbindest du dich per SSH mit deinem Uberspace und gibst dann

crontab -e

ein, um einen neuen Cronjob einzurichten. Gib dann folgendes als Cronjob an und speicherst es mit Strg + x

PATH=/package/host/localhost/php-5/bin:/bin:/usr/bin
PHPRC=/home/DEINNAME/etc
*/5 * * * * php /var/www/virtual/DEINNAME/html/owncloud/cron.php

Zur Erklärung: die ersten Beiden Zeilen brauchst du, da dein Cronjob auf eine PHP Datei verweist. Habe ich auch erst nach längeren Suchen herausgefungen. Die Zeilen darunter definieren wie oft (alle 5 minuten) und welche Datei aufgerufen werden soll.

Fertig!

Jetzt kannst du deine Owncloud mit diversen Geräten verknüpfen und darüber deine Kalender, Kontakte oder Daten synchron halten. Es lohnt sich immer auf apps.owncloud.com nach nützlichen Erweiterungen zu schauen. So kann man auch seine Firefox-Favoriten über Owncloud auf allen Gerägten synchron halten, sich einen RSS Reader einrichten oder diverse andere nützliche neue Funktionen hinzufügen.

Leider ist es so, dass Owncloud regelmäßig nicht mehr funktioniert, sobald mein ein Update durchgeführt hat. Deswegen lohnt es sich, wenn es eine neue Version gibt ein wenig abzuwarten, bis irgendwo eine Lösung veröffentlicht wird.  Das ist recht nervig. Wenn du nur wenige Daten hast, kann es auch schneller gehen, die gesamte Installation noch mal durchzuführen. Auch die Datensynchronisation hat manchmal Macken, es wird aber immer besser.  Für mich ist Owncloud zur Zeit die beste Umsetzung der Idee, dass man seine Daten selbst verwaltet.